Hund und Katze sind Fleischfresser
Ihr Verdauungssystem ist auf Fleisch ausgelegt: kurzer Darm, saurer Magen, kaum Enzyme für Getreide. Ein Futter mit viel Fleisch und wenig Füllstoff ist das, was der Körper erwartet.
In einer Minute zur passenden Tagesmenge, mit Leckerlis, Kastration und Körperform. Von Julian Löffler, Tierernährungsberater, über 500 Hunden & Katzen geholfen.
Ihr Verdauungssystem ist auf Fleisch ausgelegt: kurzer Darm, saurer Magen, kaum Enzyme für Getreide. Ein Futter mit viel Fleisch und wenig Füllstoff ist das, was der Körper erwartet.
Eine Maus besteht zu rund 70 % aus Wasser. Trockenfutter liefert fast nichts davon, und viele Tiere trinken das nicht nach. Die Folge sind Nieren, Blase und Verdauung unter Dauerstress.
Gutes Nassfutter zeigt es offen: Fleischanteil, jede Zutat benannt, kein Zucker, keine Lockstoffe. Bei Trockenfutter verstecken sich hinter „tierischen Nebenerzeugnissen“ oft Dinge, die du deinem Tier nie freiwillig geben würdest.

Jahrelang Trockenfutter, und man sah es: immer wieder weicher Kot, stumpfes Fell. Bei einer Hündin dieser Größe war außerdem nie klar, wie viel Futter wirklich richtig ist. Wir haben ihre Menge genau berechnet und Schritt für Schritt auf fleischreiches Nassfutter umgestellt. Nach wenigen Wochen war die Verdauung stabil, und das Fell glänzt wieder.

Max kratzte sich ständig und leckte sich die Pfoten wund, egal welches Futter er bekam. Wir haben ihn auf ein Nassfutter mit nur einer Fleischsorte und ohne Getreide umgestellt, langsam und ohne Extras nebenbei. Nach einigen Wochen ließ der Juckreiz deutlich nach, und die Pfoten konnten endlich heilen.

Egal welches Futter Nero bekam, er hatte starken Mundgeruch und ständig Durchfall. Ein Blick auf die Zutatenlisten zeigte: Bei allen bisherigen Sorten steckte dasselbe Problem drin. Wir haben auf ein Futter ohne diese Zutaten umgestellt. Die Verdauung normalisierte sich, und der Mundgeruch verschwand gleich mit.

Trotz jungen Alters hatte Nelio schon massive Zahnprobleme. Zucker und minderwertige Zutaten im Futter greifen Katzenzähne an, das wissen die wenigsten. Wir haben auf zuckerfreies, fleischreiches Futter umgestellt. Seitdem sind die Probleme nicht wiedergekommen.

Mit 5 Monaten kannte Barsik nichts anderes als Trockenfutter. Wir haben ihn Schritt für Schritt auf Nassfutter umgestellt, das für junge Katzen so viel besser ist. Nach drei Wochen war es geschafft, und Barsik frisst und trinkt seitdem deutlich besser.

Mit 4 Monaten hatte Toto dauernd weichen Kot. Beim Futter-Check zeigte sich, dass das Futter dahintersteckte, also haben wir ganz langsam umgestellt. Seitdem ist sein Bauch ruhig.
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Ich bin Julian, Tierernährungsberater seit 2021. Jede Nachricht lese und beantworte ich selbst – ehrlich und ohne Verkaufsdruck.
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Schritt für Schritt, in deinem Tempo. Ich bleibe erreichbar, bis es passt.
Als Faustregel brauchen erwachsene Hunde bei fleischreichem Nassfutter etwa 2 bis 4,5 % ihres Körpergewichts am Tag – kleine Hunde prozentual mehr, große weniger, weil ihr Stoffwechsel langsamer läuft. Entscheidend ist nicht die Zahl auf der Dose, sondern dein Hund: Hält er sein Gewicht, ist die Menge richtig. Die Tabelle zeigt Richtwerte für normal aktive, unkastrierte Hunde im Idealgewicht.
| Hund | Nassfutter / Tag | Pro Mahlzeit (2×) |
|---|---|---|
| 5 kg | ca. 225 g | ca. 115 g |
| 15 kg | ca. 420 g | ca. 210 g |
| 30 kg | ca. 690 g | ca. 345 g |
Richtwerte für erwachsene, unkastrierte, normal aktive Hunde im Idealgewicht – ohne Leckerlis.
Eine erwachsene Wohnungskatze mit 4 kg kommt mit etwa 200 g hochwertigem Nassfutter am Tag gut aus, ein 5-kg-Kater mit Freigang eher mit 250–300 g. Katzen fressen von Natur aus viele kleine Mahlzeiten: Teile die Tagesmenge auf drei oder mehr Portionen auf. Trinkt deine Katze kaum? Mit Nassfutter nimmt sie den Großteil ihres Wassers über das Futter auf – genau so, wie es die Natur vorgesehen hat.
Leckerlis sind kein Extra, sondern Teil der Tagesration. Als Richtwert sollten sie nicht mehr als 10 % der Tagesmenge ausmachen – und genau diese Menge ziehst du vom Hauptfutter ab. Besonders tückisch: getreidehaltige Kekse und Kausnacks mit Zucker. Besser sind reine Fleischsnacks oder einfach ein Stück vom Nassfutter als Belohnung.
Ja. Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf um etwa 10–20 %, gleichzeitig steigt oft der Appetit. Wer die Menge nicht anpasst, hat nach einem Jahr ein rundes Tier. Reduziere die Tagesmenge nach der Kastration um rund 10 % und kontrolliere das Gewicht in den ersten Monaten alle zwei Wochen.
Junge Tiere wachsen – sie brauchen pro Kilo deutlich mehr Energie und Eiweiß als erwachsene, verteilt auf 3–4 Mahlzeiten. Rechne bei Welpen und Kitten etwa das 1,5-Fache der Erwachsenenmenge und passe sie alle paar Wochen ans neue Gewicht an. Senioren bewegen sich weniger und brauchen oft 10–15 % weniger Futter, dafür aber hochwertiges Eiweiß, damit die Muskulatur erhalten bleibt.
Der häufigste Fehler: von heute auf morgen umstellen. Der Darm braucht Zeit, sich auf neue Zutaten einzustellen – sonst gibt es Durchfall, und das neue Futter bekommt zu Unrecht die Schuld. Mische das neue Futter über 7–14 Tage in steigenden Anteilen unter, bei empfindlichen Tieren und Katzen gern über drei Wochen. Bleibt der Kot fest und das Tier fit, bist du auf dem richtigen Weg.
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